Medikamentenversand.
Die ursprüngliche Form unserer Hilfe (1975 – 1991). Heute reaktivieren wir Direkt-Lieferungen, wenn akute Krisen die lokale Versorgung überfordern.
Aus einer Idee wurde ein Verein.
Anfang der 1970er Jahre entstand bei einer Gruppe belgischer Mediziner*innen die Überzeugung, dass die medizinische Versorgung in Haiti eine humanitäre Aufgabe ist. Der erste konkrete Schritt: gespendete Medikamente direkt in die Hände derer legen, die sie am dringendsten brauchten.
Unkompliziert, direkt, wirkungsvoll.
Medikamente wurden gesammelt und regelmäßig nach Haiti versandt. Es gab noch keine Vereinsstruktur, sondern ein persönliches Netzwerk aus Ärztinnen und Ärzten beider Länder. Der Charakter dieser ersten Phase: unkompliziert, direkt, wirkungsvoll.
Mit der formellen Vereinsgründung 1984 wurde der Medikamentenversand durch haitianische und deutsche Ärzt*innen systematisiert — Sendungen von medizinischem Material und Medikamenten gingen jetzt regelmäßig und dokumentiert.
Vom Direktversand zur Hilfe-zur-Selbsthilfe.
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1975
Erste Sendungen aus Belgien.
Eine Gruppe belgischer Mediziner*innen begann, Medikamente direkt an Empfänger*innen in Haiti zu schicken — ohne Vereinsstruktur, persönliches Netzwerk.
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1984
Vereinsgründung systematisierte den Versand.
Mit der formellen Gründung von Haiti-Med wurde der Medikamentenversand durch haitianische und deutsche Ärzt*innen systematisiert.
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1991
Strategiewechsel: Selbsthilfe statt Direktversand.
Die Erkenntnis reifte: Krankheit, Elend und Hunger lassen sich nicht mit Medikamenten allein bekämpfen. Der Verein wurde neu gegründet. Der reine Versand trat zurück hinter den Aufbau eigener Strukturen vor Ort.
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2010
Reaktivierung nach dem Erdbeben.
46.000 € (von insgesamt 151.000 € Spenden) gingen direkt für Soforthilfe an die Partner in Haiti — Medikamente, Impfungen, Zelte, Nahrung. action medeor (Tönisvorst) kooperierte in Krisenfällen mit Lieferungen.
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seither
Situativ aktiv bei akuten Krisen.
Bei Hurrikan-Lagen oder Cholera-Ausbrüchen reaktivieren wir die Direkt-Lieferung — als Ergänzung, nicht als Ersatz für die laufende Vor-Ort-Arbeit.
„Materialhilfe allein verändert Lebensbedingungen nicht.„
Wann wir wieder versenden.
Der Medikamentenversand ist heute kein dauerhaftes Programm mehr — sondern ein situatives Werkzeug. Wir aktivieren ihn dann, wenn die laufenden Strukturen vor Ort an ihre Grenzen kommen:
- Nach Naturkatastrophen wie Erdbeben (2010) oder Hurrikanen, wenn Apotheken zerstört sind und Lieferketten unterbrochen.
- Bei Epidemie-Ausbrüchen wie der Cholera-Welle 2010, als spezifische Behandlungs-Sets dringend nachgeschickt werden mussten.
- Bei Engpässen in Krisensituationen, wenn lokale Beschaffung politisch oder logistisch unmöglich ist.
Der Versand erfolgt in Kooperation mit erfahrenen Partnern wie action medeor in Tönisvorst, die zoll- und transportrechtlich abgesichert agieren.
Was der Versand bedeutet hat.
Spenden für Krisenreserven.
Damit wir bei der nächsten Krise sofort liefern können, brauchen wir flexible Spenden ohne strikte Zweckbindung. Sie ermöglichen schnelles Handeln in den ersten Stunden — bevor formelle Hilfsstrukturen anlaufen.
- 30 € Eine Notfall-Apotheke für eine Familie für zwei Wochen.
- 250 € Ein Cholera-Behandlungs-Set für eine Gesundheitsstation.
- 1.500 € Eine Lufttransport-Beteiligung an einer action-medeor-Lieferung.
Beträge sind Beispielrechnungen — die genauen Bedarfsbeträge bestätigt der Vorstand vor jeder Kampagne.
Was unsere Strukturen heute tragen.
Gesundheitszentrum Ti Tanyen
Die laufende Sozialmedizinische Station — Selbsthilfe-Strukturen in Aktion.
Zum ProjektGesundheitszentrum Tabarre
Beim Erdbeben 2010 zerstört, heute als Studentenheim weitergenutzt.
Zur Geschichte