Haiti-Med e.V.
Meilenstein-Projekt — historisch (2000)

Pharmazie-Praktikumslabor an der Universität Port-au-Prince

Frühjahr 2000: Frau Dr. Elinor Führer und Prof. em. Dr. Claus Führer richteten an der staatlichen Universität in Port-au-Prince ein Praktikumslabor für die Pharmazieausbildung ein. Salben, Kapseln, Desinfektionsmittel — Selbstständigkeit als Ziel.

Praktikumslabor an der Universität Port-au-Prince (Platzhalter)
Worum es ging

Ein Labor, das ausbildet — und zugleich versorgt.

Aufbau eines Laboratoriums an der Fakultät für Medizin und Pharmazie der staatlichen Universität in Port-au-Prince — für die Ausbildung der Pharmaziestudierenden und für die Arzneiherstellung in der angeschlossenen Krankenhausapotheke. Der Einsatz steht beispielhaft für die Strategie von Haiti-Med: Bildung verbinden mit unmittelbarer Versorgung. Das Projekt ist abgeschlossen — der Effekt wirkt bis heute.

Verlauf des Einsatzes

Von der Vorbereitung bis zum Folge-Effekt

  1. Sommer 1999

    Vorbereitungen abgeschlossen

    Geld- und Sachspenden gebrauchter, gut erhaltener Geräte aus der Pharmaindustrie ermöglichten zwei Rezepturarbeitsplätze im Krankenhaus. Eine einfache Medikamentenherstellung war damit eingerichtet.

  2. 01.02.–01.04.2000

    Kurzzeitdozentur Prof. em. Dr. Claus Führer

    Im Auftrag von Haiti-Med an der Fakultät: Vorlesungen für Studierende, Fortbildung für berufstätige Apotheker, Einrichtung des Praktikums und Durchführung als Blockpraktikum.

  3. 02.02.–02.04.2000

    Dritter Projekteinsatz Dr. Elinor Führer

    Frau Dr. Elinor Führer richtete ein Praktikum nach internationalem Standard ein und vermittelte die theoretische und praktische Herstellung — Salben, Cremes, Kapseln, Desinfektionsmittel.

  4. Bis 2001

    Folge-Effekt: Firma 4C richtet eigenes Galenik-Labor ein

    Die Beratung von Prof. Führer für die einheimische Industrie regte die Firma 4C an, bis zum Folgejahr ein eigenes galenisches Labor einzurichten. Das Projekt wirkte über die Universität hinaus.

Was zurückblieb

Wirkung über das Projekt hinaus

2
Rezepturarbeitsplätze
in der Krankenhausapotheke
1
Praktikum nach intl. Standard
theoretisch + Blockpraktikum
1
Folge-Labor
in der Industrie (Firma 4C)
4
Produktklassen
Salben, Cremes, Kapseln, Desinfektion

Stand 2000–2001. Das Praktikumslabor wurde anschließend von der Universität fortgeführt.

Kontext

Warum dieses Projekt heute noch wichtig ist

Das Pharmazie-Praktikumslabor steht für eine Strategie, die Haiti-Med seit den frühen Jahren prägt: Bildung mit unmittelbarer Versorgung verbinden. Die im Labor produzierten Arzneimittel wurden außerhalb der Ausbildungszeiten zur Versorgung der Klinikpatient*innen verwendet — Lehre und Klinikalltag flossen ineinander.

Eine Kommission aus medizinischen und pharmazeutischen Fachvertreter*innen der Fakultät und des Krankenhauses koordinierte die Tätigkeit von Herstellungslabor und Analytik. Im weiteren Verlauf sollten zusätzliche Mitarbeitende für die Analytik eingestellt werden.

Der Erfolg der Beratung von Prof. Führer für die einheimische Industrie zeigt: Wenn Wissen vor Ort verankert wird, entstehen daraus eigene Strukturen. Genau dieses Muster verfolgt der Verein bis heute.

Bildung weiter tragen

Bildung in Haiti braucht Anschub.

Dieses Meilenstein-Projekt ist abgeschlossen. Der Geist dahinter — Wissen vor Ort verankern — lebt im Stipendienprogramm und in der UNIFA weiter. Spenden in den Bildungsfonds tragen genau diesen Ansatz.

Wo Bildung heute wirkt
  • 50 € finanziert Verbrauchsmaterial für ein Pharmazie-Praktikum an der UNIFA.
  • 500 € deckt eine Praktikumswoche in der Universitätsklinik.
  • 5.000 € trägt eine Geräteausstattung — z. B. einen modernen Rezepturarbeitsplatz.

Spenden in den Bildungsfonds fließen in laufende Projekte: Stipendien, Schulen, UNIFA-Unterstützung.

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